Im Jahr 2013 waren 53 Millionen Menschen von der Alzheimer-Krankheit (AD) betroffen. Dies war ein starker Anstieg gegenüber den 26,6 Millionen im Jahr 2005, und die Prognosen für 2050 gehen von einem weiteren Anstieg auf 106 Millionen Fälle aus. Trotz der wachsenden Nachfrage nach AD-Medikamenten, die nicht nur zur Stabilisierung, sondern auch zur Behandlung der Patienten dienen sollen, bremsen eine Reihe von Einschränkungen die Entwicklungen, sodass Patienten und ihre Familien weiterhin unter der hohen Belastung durch die Krankheit leiden. Zu diesen Einschränkungen gehören:
- Dass wir unser Wissen aus Tiermodellen nicht optimal auf den Menschen übertragen können
- Da ein Scheitern in der späten Entwicklungsphase mit extrem hohen Kosten verbunden ist, hat bereits das erste Pharmaunternehmen seine Forschungsaktivitäten im Bereich Alzheimer eingestellt.
Um den Stillstand zu überwinden und die Entwicklung von Medikamenten gegen Alzheimer voranzutreiben, benötigen Forscher und Industrie dringend neuartige In-vitro-Modelle, mit denen sich die Sicherheit und Wirksamkeit im menschlichen Gehirn bereits in frühen Entwicklungsstadien beurteilen lassen.
Auf dem Weg zu einer Lösung mit „Brain-on-a-Chip“
Wir freuen uns, bekannt geben zu dürfen, dass InnoSer eine neue Eurostars-Förderung für die Entwicklung von MINDMAP erhalten hat, einemIn-vitro-Modellfür neuronale Aktivität in gesunden und von der Alzheimer-Krankheit betroffenen menschlichen Gehirnen. 3D-Kulturen aus menschlichen Stammzellen gewonnener Neuronen werden in einen mikrofluidischen Chip integriert, wodurch eine „Brain-on-a-Chip“-Technologie (BoC) entsteht.
Durch die Kombination von BoC mit dynamischen optischen Bildgebungsverfahren wird MINDMAP die erste Technologie sein, die in der Lage ist, empfindliche, hochauflösende Messdaten zur Aktivität neuronaler Netzwerke auf Einzelzellniveau zu liefern. Dieses neuartige3D-In-vitro-Modellwird als Dienstleistung für die Prüfung von Wirkstoffen gegen die Alzheimer-Krankheit angeboten.
Im Rahmen dieses Projekts wird MINDMAP weiterentwickelt, um die Ausfallrate in der klinischen Phase zu senken und die Entwicklung von Medikamenten gegen Alzheimer voranzutreiben. Darüber hinaus bietet es eine solide Grundlage für ein besseres Verständnis neurodegenerativer Erkrankungen.

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